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German Laser Sailing Class Association - Deutsche Laserklasse DLAS

Informationen zu klassenlegalen Booten:

Viele Segler sind im Moment verunsichert, da sich hartnäckig Gerüchte verbreiten, dass als Laser gekaufte Boote nicht mehr auf Klassenregatten gesegelt werden dürfen.

Im Folgenden beantworten wir eure Fragen, die für Aufklärung sorgen sollen. 

Basis ist ein Dokument der ILCA von Alan Davis, dass ihr im Mitgliederbereich im Original nachlesen könnt.

 

Fragen und Antworten zu klassenlegalen Booten und Ausrüstung:

1. Einleitung

Es sind derzeit sehr viele Informationen, Gerüchte und Fehlinformationen über klassenlegale Boote im Umlauf. Auch tauchen sehr viele Fragen zu dem Thema auf.

Leider können wir euch derzeit nicht auf Regatten Frage und Antwort stehen und haben daher einmal einige Informationen zusammengestellt.

Hoffentlich können wir damit eure Fragen beantworten. Dieses Dokument lehnt sich an das Ende Februar veröffentlichte EurILCA-Rundschreiben an, das wir über die Bereichssprecher verteilt haben und das auch im Mitgliederbereich auf unserer Webseite (www.laserklasse.de) zu finden ist.

 

2. Begriffserklärungen

Wir möchten zunächst einige Bergriffe erklären, die den meisten von euch jedoch sicher bekannt sind.

Construction Manual (vormals: Laser Construction Manual): Bauhandbuch. Legt die detaillierten Bauregeln für die Einheitsklasse fest. Das Construction Manual ist ein vertrauliches Dokument, auf das die Mitglieder keinen Zugriff haben.

EurILCA / ILCA: der DLAS übergeordnete Europa- / Welt-Klassenvereinigung

Klassenregeln: Erklären das Einheitsklassenprinzip und legen fest, was ein klassenlegales Boot ausmacht. Über Änderungen entscheiden die Mitglieder per Abstimmung. Die Klassenregeln wurden entwickelt, um faire Rennen innerhalb einer strengen Einheitsklasse zu gewährleisten. Die aktuellen Klassenregeln findet ihr hier: http://www.laserinternational.org/wp-content/uploads/2021/02/ILCA-CLASS-RULES-2021.pdf

Grundregel aus Teil 1 der Klassenregeln: „Das Boot darf gemäß diesen Regeln gefahren werden, mit Rumpf, Ausrüstung, Ausstattung, Riggteilen, Segel und Latten von einem von World Sailing und der ILCA zugelassenen Hersteller unter strikter Einhaltung der Bootskonstruktionsspezifikation (bekannt als das Bauhandbuch), die bei World Sailing registriert ist. Die von dem zugelassenen Hersteller gelieferte(n) Rumpfform, Konstruktion, Ausrüstung, Art der Ausrüstung, Platzierung der Ausrüstung, Art der Ausstattung, Riggteile, Segel und Latten dürfen nicht ergänzt oder geändert werden, es sei denn, eine solche Änderung ist eindeutig in den Teilen 2 oder 3 der Klassenregeln autorisiert.“

World Sailing: Weltsegelverband. Die frühere Bezeichnung für World Sailing war ISAF.

Wettfahrtregeln: Legen die Regeln des Regattasegelns fest.

 

3. Hintergrund der aktuellen Entwicklungen


Frage: Wie kam es zu den aktuellen Veränderungen?

Antwort: World Sailing hat für potenzielle Olympische Bootsklassen die „FRAND“-Anforderung (Fair, Reasonable and Non-discriminative) eingeführt. Dies bedeutet, dass sich jeder Bootsbauer darum bewerben kann, ein von der Bootsklasse (für uns: ILCA) und World Sailing zugelassener Bootsbauer zu werden. Das Genehmigungsverfahren der ILCA stellt sicher, dass jeder zugelassene Bootsbauer in der Lage ist, Boote konsequent gemäß dem Construction Manual zu bauen.


Frage: Welche von der ILCA und World Sailing zugelassenen Bootsbauer gibt es im Moment?

Antwort: In Europa sind dies Ovington, Devoti Sailing und Nautivela. Weltweit sind außerdem Element 6, Quingdao Zhou Marine, PSA (Performance Sailing Australia), PSJ (Performance Sailing Japan) und Riotecna zugelassen.


Frage: Warum gehört Laser Performance nicht mehr zu den zugelassenen Bootsbauern?

Antwort: Laser Performance hat seine Verpflichtungen aus dem Construction Manual nicht erfüllt, da sie vorgesehene Inspektionen durch die ILCA mehrfach verweigerten. Sie haben damit den Status als anerkannter Bootsbauer im März 2019 verloren. Spätere Einigungsversuche zwischen Laser Performance und der ILCA sind leider fehlgeschlagen.


Frage: Warum lese ich immer wieder über ILCAs oder ILCA-Dinghy? Ich dachte, das Boot heißt Laser?

Antwort: 2019 habt ihr als unsere Mitglieder über eine Änderung der Klassenregeln abgestimmt: Im Ergebnis ist der Name „Laser“ nun nicht mehr in den Klassenregeln enthalten. Solange ein Boot in Übereinstimmung mit dem Construction Manual gebaut wird, kann es im Prinzip jeden Namen erhalten. Die ILCA hat sich jedoch die Rechte an dem Namen „ILCA“ gesichert. Alle neuen Bootsbauer haben mit der ILCA einen Lizenzvertrag über diesen Namen unterzeichnet. Die Lizenzrechte für den Namen „Laser“ und das Logo hält in 80% der Welt (auch in ganz Europa) immer noch Laser Performance. Laser Performance hat den neuen Bootsbauern die Lizenz, den Lasernamen und das Laserlogo zu verwenden, nicht überlassen.


Frage: Gibt es nun 2 Klassen?

Antwort: Außer der ILCA gibt es seit Anfang 2020 „The Laser Class“ (TLC). TLC ist jedoch nicht von World Sailing als Bootsklasse anerkannt worden (und wird dies wahrscheinlich auch nie werden). TLC will auf ihren Veranstaltungen nur Boote zulassen, die nach dem Construction Manual aus 2019 oder früheren Versionen gebaut wurden. Alle Boote mit dem Namen „Laser“ und dem Laser Logo sowie einer Segelnummer von 217253 oder kleiner sind sowohl von der ILCA als auch von TLC zugelassen. Oberhalb der Segelnummer von 217253 hat TLC eigene Plaketten und Segelknöpfe, die sich von den Plaketten und Segelknöpfen von World Sailing (siehe Abbildungen weiter unter) unterscheiden. Diese Boote werden im Moment ausschließlich von Laser Performance gebaut. Da Laser Performance kein von der ILCA zugelassener Bootsbauer mehr ist, ist es fraglich, ob sie weiterhin das Recht haben, die Bauform sowie das Construction Manual zu verwenden.


 

4. Kauf eines neuen oder gebrauchten klassenlegalen Bootes

Es ist wichtig, dass jeder, der ein neues oder gebrauchtes Boot kauft, darauf achtet, ob er ein klassenlegales oder ein nicht-klassenlegales Boot kauft. Die Unterscheidung und die Konsequenzen wollen wir euch in diesem und dem folgenden Abschnitt erklären.

Auch wenn die nicht-klassenlegalen Boote (oft unter dem Namen „Clublaser“ geläufig) erheblich billiger sind als die klassenlegalen Boote, sind der Gebrauchs- und der Wiederverkaufswert eines Bootes, das von einem nicht zugelassenen Bootsbauer gebaut wurde, wahrscheinlich geringer als der Gebrauchs- und der Wiederverkaufswert eines Bootes, das von einem zugelassenen Bootsbauer gebaut wurde.

Und auch wenn man nicht jedes Jahr ein neues Boot kauft, verschleißen Segel und Riggteile (verbiegen), so dass man einen geeigneten Händler zum Neuerwerb braucht. Es gibt eine große Anzahl an Händlern, Läden und Internetshops/-Webseiten, bei bzw. auf denen man klassenkonforme Segel, Riggteile, Ruder und Schwerter, etc. kaufen kann.

Aufmerksamkeit ist jedoch geboten: Wenn du Ranglistenregatten oder andere von World Sailing, der ILCA oder der EurILCA ausgerichtete Regatten segeln willst, dann stelle auch beim Zubehörkauf sicher, dass du klassenlegales Material kaufst! Einige Händler verwenden Sätze und Phrasen wie „Class compliant“ oder „Class legal“. Dies muss aber nicht bedeuten, dass sie Material verkaufen, welches klassenlegal im Sinne der ILCA ist. In Deutschland haben wir mit Ziegelmayer einen sehr kompetenten Händler, der explizit darauf hinweist, ob ein Boot klassenlegal oder nicht-klassenlegal ist. Am besten weist man den Händler immer noch einmal darauf hin, dass man mit dem Material an Regatten teilnehmen möchte.


Frage: Welche klassenlegalen neuen Boote kann man derzeit in Deutschland / Europa kaufen?

Antwort: Bei Ziegelmayer werden Boote von Devoti und Ovington angeboten. Weiterhin sind bei anderen Händlern auch Boote von Nautivela erhältlich. Ziegelmayer geht davon aus, dass ab Mai auch Boote von dem thailändischen Hersteller Element 6 verfügbar sein werden.


Frage: Wie kann ich einen klassenlegalen Rumpf identifizieren?

Antwort: Von Segel Nummer 148200 an haben Boote eine einzigartige World Sailing (früher ISAF) - Plakette, die dauerhaft an der Rückseite des Cockpits angebracht ist. Bei früheren Booten ist die Identifikationsnummer in das Deck unterhalb des Bugauges oder in den Heckspiegel eingegossen (eine Segelnummer oder eine eindeutige Produktionsnummer). Laser und neue ILCAs können daher beide für die Klasse zugelassen sein. Wichtig ist nur, dass die oben beschriebene Plakette vorhanden ist. Ist keine World Sailing (früher ISAF) - Plakette vorhanden, dann ist das Boot nicht klassenlegal, unabhängig davon, wie es heißt.

Beispielplaketten an klassenlegalen Booten sind in der folgenden Abbildung dargestellt. Die 216242 ist der aktuelle Stil.

Plaketten mit Rumpfnummern

Alle Boote mit dem folgend dargestellten Aufkleber von Performance UK und einer Rumpfnummer größer 217253 sind NICHT legal.

TLC Plakette


Frage: Wie kann ich klassenlegale Segel erkennen?

Antwort: Segel, die nach dem 1. Januar 2001 hergestellt wurden, besitzen einen autorisierten roten ILCA Segelmacher Knopf. Dieser ist vorne in der unteren Segelecke am Segelhals zu finden. Eine Ausnahme gibt es bei den MKII ILCA7/ Standard Segeln (7,06qm), die hier verbauten Knöpfe sind orange.

Segelmacher Knöpfe

Es gibt zwei unterschiedliche (Klassen-)Zeichen, die im Segel auftauchen können. Das ILCA-Logo oder der traditionelle Laserstern. Beide sind im Bild unten gezeigt.

Segelzeichen

Klassenlegale Segel haben ebenfalls einen Aufnäher mit der Seriennummer neben dem autorisierten Segelmacher-Knopf. Ältere Segel werden noch einen Aufnäher mit Laser Zeichen haben. Diese Segel bleiben weiterhin klassenlegal.

Aufnäher im Segel


Frage: Wie kann ich erkennen ob meine Riggteile sowie mein Schwert und Ruder den Klassenregeln entsprechen und somit klassenlegal sind?

Antwort: Alle klassenlegalen Riggteile, sowie Ruder und Schwert haben einen blauen oder roten „Internationale Laser Class Association“ Aufkleber oder einen ILCA QR Code Aufkleber (dieser wird seit der Namensänderung verwendet und wird daher in Zukunft auf dem Material zu finden sein).

Aufkleber auf Riggteilen, Ruder und Schwert


 

5. Wettsegeln / Regatten

Die (ILCA) Grundregel definiert eindeutig das Einheitsklassen Prinzip. Diese Regel stellt das Herzstück des Regattasegelns auf Club-, regionaler, nationaler und internationaler Ebene dar.

Segler oder Seglerinnen, die mit nicht klassenlegalem Material an Regatten teilnehmen und damit die Klassenregeln missachten, gefährden hierbei grundlegend die Fairness und Gerechtigkeit des (Wett-) Segelns.


Frage: Können Laser Performance Boote, die keine klassenlegale World Sailing Plakette haben, gegen klassenlegale Boote (mit Plakette: Laser, ILCA) segeln?

Antwort: Gemäß dem Einheitsklassen - Prinzip nach der Grundregel der Klassenregeln ist die Antwort für von der DLAS, EurILCA, ILCA und World Sailing ausgetragene Regatten ganz klar: „nein“.

Zur Erklärung: Die von Laser Performance produzierten oder vertriebenen Rümpfe, Segel, Riggteile, Ruder und Schwerter unterliegen nicht dem Qualitätssicherungsprozess der ILCA. Es kann daher nicht sichergestellt werden, dass die Boote, die dann gegeneinander segeln würden, alle gleich sind. Laser Performance Boote ab der Rumpfnummer 217524 sind nicht mehr klassenlegal. Auch TLC hat vor, Regatten durchzuführen. Aus ähnlichen Gründen werden dort ILCAs wahrscheinlich nicht zugelassen sein.

Jeder Segelverein muss seine eigene Entscheidung treffen, wie er in Zukunft mit seinen Regatten verfahren möchte. Faire und gerechte Wettfahrten bedingen unserer Meinung nach jedoch die Entscheidung für eine Variante: klassenlegale Boote oder nicht-klassenlegale (TLC oder Club) Boote. Die DLAS hofft natürlich, dass möglichst viele Vereine der etablierten und als Olympische Klasse anerkannten ILCA-Klasse treu bleiben. Die EurILCA, die ILCA, die Klassenvereinigungen der einzelnen Länder und World Sailing werden lediglich klassenlegale Boote und Material, die den Klassenregeln entsprechen, auf ihren Regatten zulassen.


Frage: Kann auf einer Regatta aus dem DLAS-Regattakalender oder einer anderen von Worlds Sailing, der ILCA oder der EurILCA ausgerichteten Regatta gegen mich protestiert werden, wenn ich mit einem Club-Laser, einem nicht klassenlegalen Boot oder nicht klassenlegalem Material teilnehme?

Antwort: Ja. Nach Regel 78 der Wettfahrtregeln Segeln (World Sailing) ist es erforderlich, dass alle Boote den jeweiligen Klassenregeln entsprechen. Diese können nicht durch die vom Veranstalter veröffentlichte Ausschreibung (Notice of Race) oder die Segelanweisung (Sailing Instructions) außer Kraft gesetzt werden. Auf größeren Events gibt es eine offizielle Vermessung, um eine Teilnahme mit nicht klassenlegalem Material zu verhindern. Kommt es auf kleineren „Club Events“ (z.B. offiziell in den Regattakalender eingetragenen Wochenendregatten) zu dieser Regelverletzung, so dass ein Segler mit nicht klassenlegalem Material teilnimmt, kann durch andere Segler oder das Wettfahrtkomitee ein Protest gegen diesen eingelegt werden.


Frage: Komme ich in die Rangliste, wenn ich als Mitglied der DLAS mit meinem Laser an einer Ranglistenregatta teilnehme, oder ist das nur noch für ILCAs möglich?

Antwort: Wenn dein Boot sowie das Zubehör den oben genannten Klassenregeln entsprechen und über die dargestellten Plaketten und Aufkleber verfügen, dann ist die Antwort ganz klar „ja“, du kommst in die Rangliste.


 

Sonstiges

Hier haben wir sonstige Fragen, die uns von den Mitgliedern erreichen, oder die wir als DLAS-Vorstand selbst hatten, zusammengestellt.


Frage: Sind die neuen Boote wirklich alle gleich, oder sind Boote bestimmter Bootsbauer schneller?

Antwort: Für den Bootsbau wird von allen Bootsbauern die gleiche Form verwendet und es findet eine strenge Qualitätskontrolle durch die ILCA statt. Nach bisherigen Erfahrungen, insbesondere der Hochleistungssegler, gibt es keine Unterschiede (z.B. sind in den Top 3 der UK-Nationalmeisterschaft vom letzten Jahr ein Laser Performance-, ein PSA- und ein Ovington-Boot zu finden). Ob Unterschiede in der Haltbarkeit bestehen, muss sich noch zeigen.


Frage: Warum sind die Boote jetzt so teuer?

Antwort: Die Zusatzkosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zum einen ist der Zulassungsprozess, der auch den Erwerb der Bauform(en) beinhaltet, für die Bootsbauer recht teuer. Damit sich der Aufwand rentiert, muss eine gewisse Anzahl von Booten verkauft werden. In der Vergangenheit hatte Laser Performance den größten Marktanteil für sich. Nun müssen sich mehrere Bootsbauer diesen teilen, was natürlich einen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit hat. Ein weiterer Kostenfaktor sind neue Gebühren, die die ILCA erhebt. Eine Liste der Gebühren, die an die ILCA und die beiden „alten“ Bootsbauer, PSA und PSJ, zu bezahlen sind kann auf der ILCA-Seite nachgelesen werden. Außerdem erhält World Sailing eine Gebühr für den Status des Lasers als olympische Bootsklasse.

http://www.laserinternational.org/blog/2020/08/25/overview-of-ilca-finances-part-2/


Frage: Woran erkenne ich, ob es sich um eine Regatta nach den ILCA Klassenregeln handelt?

Anwort: Alle Klassenregatten der DLAS Rangliste findest du im offiziellen Regattakalender. Hierzu zählen ebenso Regatten der EurILCA und der ILCA.


Frage: Kann ein Boot, dass ohne ILCA-Plakette gekauft wurde, nachträglich eine solche Plakette erwerben und damit klassenlegal werden?

Antwort: Da der Rumpf aus einer "nicht lizensierten Werft" stammt ist eine Nachlizensierung durch die ILCA nicht möglich.


 

Wenn ihr weitere Fragen zum Thema habt, schreibt uns eine Nachricht. Wir versuchen alle Fragen zu beantworten und hier zu veröffentlichen.

 

 
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