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German Laser Sailing Class Association - Deutsche Laserklasse DLAS

Weltmeisterschaft mit einem Ziegelmayer-Rigg

19.11.2018

Anfang dieses Jahres habe ich ein Laser Radial Rigg von Ziegelmayer gesponsert bekommen. Bei diversen Trainingseinheiten und Regatten habe ich dieses eingefahren, mit dem Ziel bei der Weltmeisterschaft so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Die JWM fand dieses Jahr, sehr zu unseren Gunsten in Kiel statt. Also sind wir am Mittwoch, dem 15. August in den Norden gedüst. Daraufhin haben wir zwei Tage lang trainiert und uns an die Bedingungen gewöhnt. 


Am Sonntag ließen wir unsere Boote vermessen. Die Vermesser haben ihren Job sehr ernst genommen, doch ich kam schnell durch und auf den gesponserten Mastunterteil klebt jetzt ein Aufkleber, sowie auf dem Segel ein Stempel. Da gab es ja auch nichts zu bemängeln. Am selben Tag haben wir auch noch am Practice Race teilgenommen was auch eine Erfahrung für sich war. 


Laut Trainerangaben waren die ersten Segler bei 1:40 mit voller Fahrt über der Linie. Ich habe auch recht früh angezogen, war aber erst bei 1:10 über Linie, was das Finden von freiem Wind ziemlich schwer machte, da die vielen Boote in alle Richtungen fuhren und sowohl jeder Extremschlag als auch die gesamte Fläche dazwischen voll mit Seglern war. Auch das Auslegen der Tonnen hätte sich die Wettfahrtleitung eigentlich sparen können, da außer ungefähr zehn Seglern keiner überhaupt eine dieser Tonne rundete. Wie gesagt, ein Erlebnis für sich. 


Am Abend sind wir noch in einem tosenden Flaggenmarsch eine kleine Runde durch den Hafen gelaufen, welcher in der Vaasahalle endete, wo wir uns bei einem leckerem Essen die Bäuche vollschlugen. 


Am nächsten Tag begannen wir mit dem Regattasegeln. Um 9:30 waren wir auf dem Wasser. Ich wurde in das grüne Feld eingeteilt, was hieß, dass ich den langen Weg bis zu Bahn Echo bestreiten durfte. Wir hatten mit einem guten Hängewind eigentlich perfekte Bedingungen, nur überschätzte ich die Lage ordentlich. Ich war zu nervös um einen ordentlichen Start zu fahren und auch durch meinen guten Speed gesammelte Aufholer verlor ich wieder durch zu unbedachte Taktik. 


Ich segelte mein schlechtestes Rennen der gesamten Regatta. Im zweiten Rennen wollte ich dieses Mirakel für mich wieder gut machen, doch kassierte bei einem allgemeinen Rückruf eine Black Flag, was so viel bedeutete. Also fuhr ich wieder in den Hafen, wo ich den Umständen entsprechend als einer der Ersten ankam. Immerhin musste ich so nicht beim Süßwasser-Abspülen anstehen.


 


Der nächste Morgen begann gut und ich konnte den morgendlichen Gang zu meinem Boot, durch die ganze Flotte der Ziegelmayer Charter-Boote genießen. Ich segelte auf Bahn Juliet, wo ich endlich auch mal ein gutes Rennen hatte. Ich verlor nur an der letzten Tonne noch viel zu viele Boote. Doch bei strahlendem Sonnenschein, den man ja von Kiel eher weniger kennt, genoss ich die Zeit auf dem Wasser. Zwischen hunderten Booten auf der glitzernden Ostsee mit einem Laser zu Segeln, hat den Charme, nach denen man sich an regnerischen Tagen auf dem Heimatrevier nur sehnt.


Der nächste Tag brachte bei lauem Wind auch eher mäßige Ergebnisse mit sich, weshalb ich mich am Ende der Qualifying-Series mit einem Platz im Emeraldfleet zufriedengeben musste. Andere aus meinem Team hatten es jedoch auf bessere Positionen geschafft und sogar im Goldfleet waren wir vertreten. 


Nach dem Segeln, hatten wir es uns als Programmpunkt gesetzt ein wenig Football auf dem leeren Teil des Campingplatzes zu spielen. Nach einer Weile kamen drei italienische Segler, welche sich zu uns gesellten und mit denen wir auch noch an den folgenden Abenden eine Runde über den Platz jagten. (Ganz nebenbei erwähnt, war, wie sich später herausstellte, einer der Jungs der am Ende gekürte Weltmeister(!))


Im Emeraldfleet lieferte ich bei sehr unterschiedlichen Bedingungen mittelmäßig ab, doch das Erlebnis, bei einer WM zu segeln, war noch immer mit Euphorie benetzt, wodurch die Ergebnisse in den Hintergrund rutschten. Alles in allem war die WM mehr als nur eine Erfahrung wert und ich bin meinem Verein, dem Verband und Ziegelmeyer sehr dankbar, dass ich an ihr teilnehmen konnte!

Fotos: copyright by wecamz

     
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